Greenwashing in der Sonnenschutzmittelbranche: Was Sie wissen müssen und wie Sie es vermeiden können

Hanna Oltmanns - January 11, 2023

Jeder von uns hat den Begriff „Greenwashing“ mindestens einmal gehört. Aber wissen wir wirklich, was er bedeutet, und sind wir uns seiner Facetten bewusst, um uns nicht selbst von cleverem Marketing täuschen zu lassen?

Da es in der Schönheitsindustrie an Regulierung und klarer Terminologie mangelt, kann es eine echte Herausforderung sein, zu erkennen, was wirklich umweltfreundlich ist und was nur Greenwashing. Deshalb haben wir für dich eine einfache Übersicht zusammengestellt, damit du das Thema Greenwashing in der Schönheitsindustrie besser verstehst. Außerdem geben wir dir Tipps, wie du Marken findest, die wirklich Umwelt- und Sozialverantwortung übernehmen und nicht nur durch geschicktes Marketing leere Versprechen machen.

Was ist Greenwashing?

Greenwashing soll Menschen glauben machen, dass ein Unternehmen mehr für den Umweltschutz tut, als es tatsächlich tut. Es ist gefährlich und irreführend, weil es Kunden dazu verleitet zu denken, sie würden dem Planeten helfen, wenn sie diese Produkte wählen – tatsächlich tun sie das aber nicht. Der Begriff ist ein Wortspiel mit „Whitewashing“, was bedeutet, fehlerhafte Informationen zu verwenden, um schlechtes Verhalten zu verschleiern. Nur weil ein Produkt als grün bezeichnet wird, ist es nicht automatisch grün! Sei dir dessen bewusst, denn es nutzt Informationen, die zugunsten des Unternehmens sind, auf täuschende Weise aus – und zwar buchstäblich auf Kosten des Kunden!

Regulierungslücken in der Schönheitsindustrie erhöhen das Risiko von Greenwashing durch irreführende Behauptungen. Das macht es für Käufer schwieriger, Marken zu unterscheiden, deren Produkte wirklich Umwelt- und Sozialverantwortung übernehmen, von denen, die nur durch geschicktes Marketing leere Versprechen machen. Eine aktuelle internationale Analyse der CMA (Competition & Markets Authority im Vereinigten Königreich) ergab, dass bis zu 40 % der grünen Behauptungen von Unternehmen irreführend sein könnten. Diese Analyse bestätigt, dass man den Behauptungen von Unternehmen auf ihren Produkten nicht immer vertrauen kann!

Die Schönheitsindustrie ist fast vollständig unreguliert. Das gilt auch für die Sonnencreme-Industrie und im Naturkosmetikbereich sogar noch mehr. Man bezeichnet sie auch als den „Wilden Westen“. Das erschwert es Verbrauchern, einer Marke zu vertrauen, und ist ein ernstes Problem für den Verbraucherschutz. Täuschende Marketingpraktiken gefährden Menschen, Umwelt und die Integrität der gesamten Branche. Deshalb schauen wir uns an, wie man Marken und Produkte findet, die ihr Geld wirklich dort investieren, wo sie es versprechen.

Wie findet man Marken, die halten, was sie versprechen?

Schau dir als erstes die Zutatenliste eines Produkts an! Saubere Produkte haben in der Regel kürzere Zutatenlisten. Wenn du Zeit hast, eine Marke zu recherchieren, ist ihre Website ein guter Startpunkt. Unternehmen mit echten Nachhaltigkeitszielen berichten ausführlich darüber. Unternehmen ohne echte Missionen halten ihre Aussagen kurz und meist voller leerer Versprechen. Transparenz ist immer ein gutes Zeichen! Wenn ein Unternehmen offen über seine Produkte, den Stand seiner nachhaltigen Entwicklung und seine zukünftigen Ziele informiert, ist das eine gute Basis, um Vertrauen aufzubauen.

„Markentransparenz ist ein großartiger Anfang!“

Generell sind kleine Unternehmen oft besser und sauberer! Du kannst dir die Mühe sparen, große Markennamen zu recherchieren, indem du sie zugunsten kleinerer Marken meidest. Kleine Unternehmen sind oft transparenter bezüglich der Lieferkette ihrer Zutaten, Verpackungen und Arbeitsbedingungen – und du musst dir keine Sorgen um einen großen, undurchsichtigen Mutterkonzern machen.

„Suche nach kleinen Marken, die wirklich umweltfreundlich sind!“

Wie erkennt man, ob eine Behauptung wahr ist oder nicht?

→ Achte auf Produkte mit Begriffen wie „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“, ohne dass die Marke dies mit tatsächlichen Maßnahmen und Belegen unterstützt.

→ Achte auf erdfreundliche Farben auf der Verpackung und „bewusste“ oder „nachhaltige“ Produktlinien, die gleichzeitig zugeben, dass der Rest ihrer Produkte das nicht sind.

→ Unternehmen, die nur einen Aspekt eines Produkts hervorheben und selbst erfundene Labels wie „planet positive“ verwenden.

→ Zutatenlisten, die Bestandteile mit Endungen wie „paraben“ oder „sulfate“ enthalten, obwohl die Verpackung behauptet, keine zu haben.

Vier der häufigsten Inhaltsstoffe in diesen Kategorien sind: Propylparaben, Methylparaben, Ethylparaben und Sodium Laureth Sulfate. Vermeide diese nach Möglichkeit auf deiner Haut!

→ Prüfe, ob deine Hautpflegeprodukte von einer unabhängigen Stelle getestet wurden (z. B. EWG verifiziert).

→ Wenn du dir bei einer Behauptung unsicher bist, kannst du immer nachfragen! Kontaktiere den Kundenservice einer Marke und teile deine Bedenken mit.

Wie erkennt man falsche Behauptungen in der Sonnencreme-Industrie?

→ Achte auf Sonnenschutzprodukte, die behaupten, „Riffe zu schützen“! Das ist eine sehr vage Behauptung ohne viele Informationen. Suche lieber nach einer Sonnencreme, die nicht nur behauptet, „riff-sicher“ zu sein, sondern laut unabhängigen Stellen wie INCI Beauty tatsächlich frei von riffschädlichen Inhaltsstoffen ist.

→ Lass dich nicht von Sonnenschutzprodukten ohne SPF-Wert täuschen. Manche Unternehmen bieten Formeln an, die „vor der äußeren Umgebung schützen“, nennen ihr Produkt aber nicht offiziell Sonnencreme und haben keinen SPF- oder Wasserresistenz-Wert. Achte darauf, Produkte zu wählen, die entsprechende Tests bestanden haben und zertifiziert sind!

→ Sei vorsichtig bei Marken, die behaupten, ihre Produkte wirken 100 % immer. Diese Behauptung ist extrem gefährlich und schlichtweg falsch. Eine ehrliche Marke ist transparent darüber und klärt ihre Kunden entsprechend auf.

→ Prüfe immer die Zutatenliste deiner Sonnencreme auf potenziell schädliche Inhaltsstoffe. Es gibt 11 Inhaltsstoffe, die in mehreren Ländern weltweit verboten sind, aber dennoch in einigen Sonnencremes und Hautpflegeprodukten verwendet werden. Eine detaillierte Liste findest du hier: https://suntribesunscreen.com/11-toxic-sunscreen-ingredients-to-avoid-in-2022/

→ Google ist dein Freund! Es ist ein großartiges Werkzeug, wenn du mehr über einen bestimmten Inhaltsstoff wissen möchtest. Die Environmental Working Group (EWG) bietet ebenfalls tolle Ressourcen, die dir helfen, die Sicherheit eines Produkts zu überprüfen!

 

„Um Marken und Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen, vertraue auf Taten, nicht auf Worte!“

- The Plastic Soup Foundation

Nachdem wir nun die wichtigsten Aspekte des Greenwashings behandelt haben, werfen wir einen Blick auf den Unterschied zwischen natürlich und bio. Da die Sonnencreme-Industrie kaum reguliert ist und viele Trendbegriffe wie „natürlich“ und „grün“ kursieren, ist es wichtig, dass du ein Grundverständnis hast und selbst recherchiert hast!

 

Was bedeutet bio?

Suchst du nach bio-Schönheitsprodukten, bist dir aber nicht sicher, was der Begriff bedeutet? Bio-Zutaten sind natürliche Produkte, die ohne den Einsatz von künstlichen Düngemitteln, Pestiziden, Herbiziden und synthetischen Chemikalien angebaut und verarbeitet werden. Sie sollten frei von Parabenen, Sulfaten, synthetischen Farbstoffen und Duftstoffen sein. Außerdem müssen bio-Produkte und -Zutaten unter nachhaltigen Landbewirtschaftungspraktiken angebaut werden.

Allerdings sind nicht alle Produkte, die als „bio“ gekennzeichnet sind, wirklich bio. Tatsächlich muss ein Produkt nur einen kleinen Prozentsatz an bio-Zutaten enthalten, um so bezeichnet zu werden. Um sicherzugehen, dass du ein wirklich bio-Produkt kaufst, überprüfe den Anteil der bio-Zutaten auf dem Produkt. Bei Suntribe enthalten alle unsere Produkte zwischen 60 und 100 % bio-Zutaten.

Zusätzlich zu bio findest du auf Schönheitsprodukten oft den Begriff „natürlich“. Natürliche Zutaten stammen aus natürlicher Herkunft und sind frei von synthetischen Chemikalien und GVO. Allerdings können einige natürliche Zutaten stark verarbeitet sein. Bei Suntribe verwenden wir kaltgepresste, unveredelte Öle, um die natürlichen Eigenschaften unserer Zutaten zu bewahren.

Was bedeutet natürlich?

Es gibt keine offizielle Definition dessen, was „natürlich“ oder „bio“ bedeutet – diese Angaben sind nicht reguliert. Viele Unternehmen behaupten, ihre Produkte seien natürlich, verwenden aber dennoch synthetische Chemikalien.

Es gibt bestimmte Zertifizierungsstellen wie COSMOS und EcoCert, die Kriterien für natürliche und bio-Produkte anwenden, meist bezogen auf den Anteil natürlicher und bio-Zutaten im Produkt.

Ein bio-Anteil von nur 10 oder 20 % kann ausreichen, um das COSMOS Organic Label zu erhalten. Deshalb verfolgen wir bei Suntribe eine noch strengere Richtlinie: Unsere Produkte enthalten mindestens 60 % bio-Zutaten.

Beim Kauf von natürlichen oder bio-Schönheitsprodukten ist es wichtig, die Marke zu recherchieren und die Zutatenliste zu prüfen. Kleinere Unternehmen haben möglicherweise kein offizielles Bio-Label, erfüllen aber dennoch die Bio-Kriterien.

Bei Suntribe verwenden wir nur zertifizierte, hochwertige Zutaten, die aus der geografisch nächstgelegenen Region zu unserem europäischen Produktionsstandort stammen. Unsere bio-Zutaten sind von COSMOS Organic zertifiziert, und alle unsere Produkte sind 100 % natürlich, wobei mehrere sogar 100 % bio sind. Um mehr über unsere Produktion, Zutaten und Produktentwicklung zu erfahren, besuche unsere Transparenzseite.

Über den Autor/die Autorin

Hanna Oltmanns

Hanna ist bei Suntribe Leiterin für Kundenzufriedenheit und die freundliche Stimme hinter unserem Support. Als Mutter von bald drei Kindern hat sie die Kunst gemeistert, Familienleben mit ihrer Liebe zur Natur zu verbinden und jeden Sonnenstrahl zu genießen. Ihre Tage beginnen oft ruhig mit einer Tasse Tee, frischer Luft und etwas Yoga, bevor die Welt erwacht. Und wenn es um die schwedische Fika geht, freut sich Hanna über selbstgebackene Leckereien, die sie mit ihren Liebsten teilt – eine Tradition, die ihr genauso viel bedeutet wie die Unterstützung der Suntribe-Community.